Verheizen, verbrennen, vergeuden

LUX

Der Tag wird kommen, an dem die fossilen Energiereserven aufgebraucht sind. Es ist klug, sich schleunigst Gedanken darüber zu machen, wie es dann weitergehen soll. Öl und Kohle sind zu wertvoll, um verheizt zu werden.

Max Weber hatte das Problem schon 1920 erkannt. Damals gab es Benzin noch in normalen Läden zu kaufen, angeboten gleich neben Mehl, Zucker und Salz. Aus immer neuen Feldern auf dem Globus sprudelte das Erdöl. Wer danach bohrte, scheffelte Millionen. Wer es benötigte, bekam das Rohöl für rund drei Dollar pro Barrel. Die Nachfrage nach dem „Schwarzen Gold“ stieg rasant. Autos wollten betankt, Maschinen gefüttert werden. Das Zeitalter der fossilen Energie war noch jung, da dachte der Urvater der deutschen Soziologie bereits ans Ende. Weber schrieb von einem „Kosmos“, der den Lebensstil jedes Einzelnen wie einen Zwang bestimmt und bestimmen wird, „bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist“. Kurz: Der Mensch verbrennt Öl, Gas und Kohle, um voranzukommen. Er kann gar nicht anders.

PDF Download