„Dabei spürst du gar nichts"

Berliner Zeitung

Sie töteten Menschen. Einige von ihnen sagen, es war ihr Beruf. Andere sehen sich als Opfer - sie waren die letzten Henker in Europa.

"Eigentlich wollte ich Tänzer werden", sagt Fernand Meyssonnier. Von seinem Taschengeld ist er als Kind immer ins Ballett gegangen. Das eigene Geld verdiente er später mit Töten. Fernand Meyssonnier war Henker. Von 1953 bis 1957 henkte er im französischen Auftrag etwa zweihundert Menschen in den Gassen der Kashba von Algier. Sein damaliges Arbeitsmittel, die Guillotine, präsentiert er heute in seinem Museum für Folterwerkzeuge und Hinrichtungsinstrumente in der Nähe von Avignon. Er selbst nennt es seine Welt des Rechts und der Gerechtigkeit. "Das Modell 48", erklärt Meyssonnier eine Guillotine, "hat immer schlecht geschnitten. Man musste mit der Hand nacharbeiten."

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